Labrador Iron Mines – Die kritische Phase beginnt…

Bei der kleinsten Eisenerzgesellschaft (von der Marktkapitalisierung her) im Produzentenstatus aus dem kanadischen Eisenerzgürtel „Labrador Trough“ beginnt mit den nächsten Monaten die kritische Unternehmensphase. Labrador Iron Mines kämpft gegen hohe Produktionskosten und sollte sehr bald schwarze Zahlen schreiben, damit die noch anstehenden und notwendigen Investitionen für die weitere Entwicklung der noch nicht produzierenden Liegenschaften aus eigener Kraft vorangetrieben werden kann. Nur dadurch könnte gewährleistet werden, dass die Eisenerzproduktion ohne Unterbrechung fortgeführt bzw. sogar ausgeweitet wird.

Labrador Iron Mines Holdings Ltd. (TSX: LIM – WKN: A0M89R – ISIN: CA5054351070) ist 2007 offiziell durch einen IPO an die kanadische Börse gebracht worden und nach der Iron Ore Company of Canada, ArcelorMittal Mines Canada und Cliffs Natural Resources die vierte, jedoch vollkommen eigenständige Gesellschaft, die die Produktionsphase im „Labrador Trough“ erreicht hat. LIM besitzt 20 verschiedene, meist royalty-behaftete Eisenerzliegenschaften im 100%-Besitz (bis auf Howse) in der Nähe der Stadt Schefferville, welche deshalb unter der Holdinggesellschaft als die ‚Schefferville Projekte‘ zusammengefasst sind. Diese beinhalten hochwertiges, direkt verschiffbares Hämatit-Eisenerz (DSO, direct shipping ore), das zu den Produkttypen ‚hematite lump‘ und ‚sinter fines‘ verarbeitet wird. Bei der James Mine und der Silver Yards Verarbeitungsanlage begannen im Juni 2011 die ersten Produktionsarbeiten und man erreichte die volle Produktionsauslastung zu Anfang April 2012.

Die Schefferville Projekte besitzen eine globale NI 43-101-konforme Ressource von 49,7 Mio. Tonnen Eisen zu durchschnittlichen Graden von 56,5% Eisen. 27,0 Mio. Tonnen davon befinden in der  Kategorie „gemessen“ (measured), 17,6 Mio. Tonnen in der Kategorie „angezeigt“ (indicated) sowie 5,2 Mio. Tonnen in der Kategorie „geschlussfolgert“ (inferred). Darüber hinaus liegen Informationen über historische Reserven und Ressourcen von ca. 121 Mio. Tonnen Eisen vor, welche durch Arbeiten vor 1983 durch die Iron Ore Company of Canada hervorgingen, aber nicht im Einklang mit den Vorschriften und Bewertungsmethoden nach dem nun geltenden NI 43-101-Standard sind. Kostenintensive Explorationsarbeiten werden also noch notwendig sein, um diese historischen Eisenerzbestände in offizielle umzuwandeln.


Die aktuellen Finanzeckdaten:

Ausstehende Aktienanzahl: 126,2 Mio. per 09.10.2013

Optionen: 1,7 Mio. per 30.06.2013

Warrents: 16,5 Mio. per 30.06.2013

Cash : $27,2 Mio. per 30.06.2013

Marktkapitalisierung: $41,0 Mio. per 30.10.2013


Aufgrund von schwierigen Marktbedingungen (gefallener Eisenerzpreis, besonders im Herbst 2012) sowie hohen Produktionskosten musste LIM zahlreiche Vorkehrungen treffen:

  • LIM musste seine Aktionäre stark verwässern: hatte man zum Stichtag 30. Juni 2012 noch 67,3 Mio. ausstehende Aktien, sind es durch vollzogene „private placements“ nun 126,2 Mio.
  • im März 2013 ging LIM mit Tata Steel Minerals Canada (TSMC), eine Joint-Venture-Gesellschaft von Tata Steel und New Millennium Iron, eine Rahmenvereinbarung ein, in der LIM TSMC Zugang zu den Bahnverladestationen bei Silver Yards gewährt, da die eigene Bahnanbindung von TSMC’s DSO-Projekt noch nicht fertig gestellt ist. Gleichzeitig verkaufte LIM 51% von dessen Howse Liegenschaft, welche 28 Mio. Tonnen historisches Eisenerzressourcen besitzt und nur 4KM neben den Verarbeitungsanlagen von TSMC’s DSO-Projekt liegt, für eine Zahlung von $30 Mio. LIM wird $5 Mio. aufwenden, um Howse zu explorieren und TSMC hat die Option gegen eine weitere Zahlung von $25 Mio. auf einen Projektbesitzanteil von 70% zu kommen.
  • im Mai 2013 ging LIM mit RB Metalloyd Ltd. eine Abnahmevereinbarung ein, durch die RB Metalloyd 3,5 Mio. Tonnen von LIM’s produzierten Eisenerz in 2013 und 2014 aufkaufen wird. Gleichzeitig erhielt LIM eine Vorauszahlung in Höhe von US$35 Mio., welche gegen die Verkäufspreise gegengerechnet werden.
  • Durch eine Produktionsausweitung möchte man die Kosten pro Tonne senken. Zudem möchte man die operativen Kosten in den nächsten Quartalen senken, welche mit Kosteneinsparungen von $5 – $10 pro Tonne veranschlagt werden

Hier ein Überblick über die operativen Zahlen des 1. Quartals 2013:

LIM Q1 results

Quelle: Financial Report zu Q1 von LIM auf SEDAR.com

Das 1. Quartal 2013 beinhaltete 328.000 verkaufte Tonnen Eisenerz, welche sich auf zwei Verschiffungen aufteilten: Verschiffung 1 mit 174.000 Tonnen mit 58% Fe, welches Anfang Juni verschifft wurde, und Verschiffung 2 mit 177.500 Tonnen (77.500 Tonnen mit 58% Fe und 100.000 Tonnen mit 62% Fe), welches Ende Juni verschifft wurde. LIM hatte im März und April mit schwierigen Wetterbedingungen und größeren Abraumarbeiten zu kämpfen, so dass weniger Eisenerz produziert und zum Port Sept-Ìles transportiert wurde. Dies resultierte in einer Strafzahlung an die Bahngesellschaft in Höhe von $6,2 Mio.

Meine Einnahmekalkulation zu Q1:

Die erste Verschiffung mit geringer wertigem 58% Fe kalkuliere ich auf einen Durchschnittsverkaufspreis von $105 pro Tonne, die 77.500 Tonnen mit 58% Fe auf einen leicht gestiegenen Verkaufspreis von $110 pro Tonne und die restlichen 100.000 Tonnen mit 62% Fe  auf einen Verkaufspreis von $120 pro Tonne. Dies würde einen Gesamtumsatz von $38,795 Mio. bedeuten ($110,37 pro Tonne), wovon $10 als Abzahlung für die Vorauszahlung von RB Metalloyd, ca. $15 an Verschiffungs- und Frachtkosten sowie ca. $30 als Service- und Verkaufskosten an die Iron Ore Company of Canada abgezogen werden. Demnach kommt man auf $55,37 pro Tonne, die LIM gutgeschrieben würden. Dies würde eine Einnahme von ca. $18,161 Mio. ausmachen, welche sehr nahe an den wirklichen $17,890 Mio. (siehe Bild oben) liegt.

Die oben im Quartalsbericht aufgeführten operativen Kosten bedeuten:

  • $109,9 auf Verkaufsbasis von 328.000 Tonnen
  • $91,01 auf Verkaufsbasis von 328.000 Tonnen ohne die Strafzahlung an die Bahngesellschaft
  • $61,24 auf adjustierter Produktionsbasis ohne die Strafzahlung an die Bahngesellschaft. Hierbei ist anzumerken, dass große Teile des produzierten Eisenerzes der dritten Verschiffung kostentechnisch in den Quartalszahlen von Q1 enthalten sind, aber einnahmetechnisch in Q2 veranschlagt werden. Auf die „mining“-Kosten von Q1 habe ich daher zu den 328.000 verkauften Tonnen die vollen 186.500 Tonnen der dritten Verschiffung sowie 20% der 175.000 Tonnen der vierten Verschiffung eingerechnet. Bei den „processing“-Kosten habe ich dann zusätzlich 75% der dritten Verschiffung und 10% der vierten Verschiffung mit eingerechnet. Bei den „rail and transportation“-Kosten wurde die dritten Verschiffung zusätzlich zu 50% eingerechnet.

Meine Quartalsprognose für das 2. Quartal 2013:

LIM Q2 prognose

Zu meiner Q2-Prognose habe ich auf Basis von 62% Fe die 3. Verschiffung (Mitte Juli) mit 186.500 Tonnen mit einem Verkaufspreis von $130 pro Tonne, die 4. Verschiffung (Anfang August) mit 175.000 Tonnen mit einem Verkaufspreis von $135 pro Tonne, die 5. Verschiffung (Ende August) mit 175.000 Tonnen mit einem Verkaufspreis von $140 pro Tonne und die 6. Verschiffung (Ende September) 165.000 mit einem Verkaufspreis von $130 pro Tonne kalkuliert. Abzüglich der oben zu Q1 genannten Kosten für RB Metalloyd, Verschiffung und IOC rechne ich mit Einnahmen von $55,237 Mio., welche eine realisierte Einnahme von $78,74 pro Tonne ausmacht.

Auf Verkaufsbasis von 701.500 Tonnen rechne ich mit operativen Kosten von $50,36, da wie schon beschrieben ein Großteil der dritten Verschiffung kostentechnisch in Q1 bereits abgerechnet wurde. Auf adjustierter Produktionsbasis (siehe Tonnenbasis oben) ergeben sich operative Kosten von $60,03 pro Tonne, welche die zuvor genannte dritte Verschiffung zahlentechnisch korrigiert.

Unter dem Strich bleiben bei meiner dargestellten Prognose zu den Quartalszahlen zu LIM ein operativer Gewinn von ca. $14,9 Mio.

Die offiziellen Zahlen zum 2. Quartal 2013 von LIM werden um den 14. November 2013 erwartet.

 


 

Der Autor übernimmt bezüglich Richtigkeit, Genauigkeit, Eintrittswahrscheinlichkeit, Aktualität für die für die Prognose verwendeten und kalkulierten Daten weder Haftung oder Gewährleistung!
 
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