Northern Dynasty Minerals dank Trump bald doch mit Umweltgenehmigung?

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Northern Dynasty Minerals Ltd. (ISIN: CA66510M2040 | TSX: NDM) besitzt zu 100% das Pebble-Projekt mit einer gigantischen Kupfer-Gold-Silber-Molybdän-Ressource im südwestlichen Alaska. Nach der Tagebau-Goldmine Grasberg von Freeport-McMoRan Copper & Gold Inc. im indonesischen Westneuguinea beherbergt Pebble das größte Goldvorkommen weltweit. Mit 107,6 Mio. Unzen (oder umgerechnet ca. 3.347 Tonnen) Gold hat NDM in einem einzigen Projekt knapp weniger Gold als Goldcorp. (ca. 109 Mio. Unzen) und mehr als die Hälfte der Goldvorkommen von Barrick Gold (ca. 198 Mio. Unzen). Der Gesamtmetallwert von Pebble beträgt aktuell ca. US$ 390 Mrd., wovon Kupfer 55,2%, Gold 32,7%, Molybdän 9,9% und Silber 2,2% ausmacht. Wenn man ein 50:50 Joint Venture mit einem Big Player als Produktionsvoraussetzung annimmt, so wird NDM aktuell nur mit 0,232% des in-situ Gesamtmetallwertes bewertet. Wenn man einzig auf die Goldressource mit einem 50:50 Joint Venture abstellen würde, so würde NDM aktuell nur mit 0,709% des Goldmetallwertes bzw. die Unze Gold im Boden nur mit US$ 8,41 bewertet werden.

 Pebbles Ressourcenschätzung aus 2014

pebble-ressourcen

NDM akquirierte 100% der Pebble Liegenschaft, welche 2001 zu Beginn des optionierten Erwerbsgeschäfts nur 6,6 Mrd. Pfund Kupfer und 10,9 Mio. Unzen Gold aufwies, von Teck Cominco American Inc. (heute: Teck American Inc., US-Tochtergesellschaft der kanadischen Teck Resources Ltd.) und Hunter Dickinson Group Inc. durch Aktientauschs im Gesamtwert von ca. US$ 103 Mio. zwischen November 2004 und Juni 2006. Im Juli 2007 gab NDM bekannt, dass man mit Anglo American plc. eine 50:50 Joint Venture Gesellschaft gründet, in welche NDM sein Pebble Projekt einbringt und Anglo American stufenweise eine Bareinlage von US$ 1,425 Mrd. (US$ 125 Mio. für eine Vor-Machbarkeitsstudie, US$ 325 Mio. für eine Machbarkeitsstudie und weitere US$ 975 Mio. nach Produktionsentscheidung).

Mithilfe von Anglo American konnte im Februar 2011 eine PEA für eine Verarbeitungskapazität von 200.000 Tonnen pro Tag (erstellt durch Wardrop) und im Januar 2012 eine 27.000-seitige Umweltstudie („Environmental Baseline Document“), an der über 40 Unternehmen mit über 100 Wissenschaftlern beschäftigt waren, für Pebble erstellt werden.  Zudem wurde im Mai 2013 eine unabhängige Expertenstudie von IHS Global Insight veröffentlicht, die die nationale strategische und wirtschaftliche Bedeutung von Pebble betont und das Potenzial aufzeigt, dass Pebble eine Erhöhung der US-Kupferproduktion um 20% erreichen kann.

Eine Petition von neun indigenen Gruppen aktivierte im Februar 2011 die US-Umweltschutzagentur („US Environmental Protection Agency“ | „EPA“), die eine wissenschaftliche Untersuchung und Bewertung des Bristol Bay Wassergebietes über die Auswirkungen von einem Großprojekt wie Pebble auf Wasserqualität und Lachspopulation bzw. -fischerei initiierte. In Bristol Bay findet die weltweit größte Rotlachswanderung statt, in der um die 54 Mio. Fische ihre Geburtsstätten in den fünf großen Zuflüssen der Bucht erreichen wollen. Nach den Worten von EPAs Regionalleiter Dennis McLerran ist diese Wanderung und die damit verbundene Fischerei „für die Gesundheit, Umwelt und Wirtschaft von Alaska bedeutend.“ Nach einem ersten Berichtentwurf der EPA im Mai 2012, welcher in den Augen von NDM fundamental mangelhaft ist, nach öffentlichen Anhörungen sowie einer 635-seitigen Kritik durch NDM wollte man von Seiten NDM erreichen, dass ungerechtfertige Maßnahmen durch die EPA solange ausgesetzt werden bis das Pebble Projekt in den nationalen Gehnehmigungsprozess der US-Umweltbehörde NEPA eingeführt sei. In einem Beurteilungsbericht nannten zahlreiche unabhängige Experten diesen Berichtsentwurf der EPA „unzureichend“, „unausgereift“, „unvernünftig“, „suspekt“ oder auch „irreführend“.

Die EPA veröffentlichte einen überarbeiteten Bericht im April 2013 und dann einen endgültigen Bericht Mitte Januar 2014, die aber weiterhin die selben Mängel wie der erste Berichtsentwurf enthielten (weiter- und tiefergehende Informationen zu den ganzen Dokumenten und Antworten diesbezüglich finden Sie hier). Direkt im Februar 2014 initiierte die EPA sodann eine behördliche Anordnung nach Sektion 404 (c) des Clean Water Acts, die eine Beschränkung oder eine Untersagung von Bergbauaktivitäten verbunden mit der Pebble Liegenschaft prüft, um die aquatischen Ressourcen im Südwesten Alaskas zu schützen. Als Antwort darauf reichte NDM beim US-Bezirksgericht für Alaska im Mai 2014 Klage ein und berief sich darauf, dass die rechtlichen Befugnisse der Bundesbehörde überschritten worden wären. Der Bundesstaat Alaska und Alaska Peninsula Corp. schlossen sich später der Klage von NDM als Nebenkläger an. Im September 2014 gab das Bezirksgericht dem Antrag der EPA auf Klageabweisung statt.

Bereits Mitte September 2013 zog sich aufgrund der Umweltgenehmigungshindernisse Anglo American, nachdem Sie über US$ 573 Mio. bereits als Bareinlage in die Joint Venture Gesellschaft eingebracht hatten, aus dem Pebble Joint Venture zurück, so dass NDM wieder 100%-Eigner von Pebble wurde. Auch Großaktionär Rio Tinto, der zu diesem Zeitpunkt ca. 19,1% der ausstehenden Aktien an NDM hielt, unternahm eine strategische Überprüfung seiner Aktienbeteiligung. Im Februar 2014 wurde Thomas C. Collier, ein ehemaliger Stabschef des US-Innenministeriums mit einem großen Erfahrungschatz bzgl. Umweltgenehmigungen auf Bundesebene, CEO von NDMs Tochtergesellschaft Pebble Limited Partnership.

Der designierte US-Präsident Donald Trump wird nächstes Jahr Myron Ebell zum Übergangs-Chef der EPA machen. Myron selbst hatte im Juni 2013 ein Schriftstück an die EPA unterschrieben und sich somit als Unterstützer der Pebble Liegenschaft geoutet. Wer letztentdlich der EPA-Chef werden wird, ist noch offen. Von Donald Trump ist bekannt, dass dieser zum einen die Unternehmen an erste Stelle setzt und regulatorische Auflagen aufweichen bzw. abschaffen will, zum anderen angekündigt hat, als neuer US-Präsident zahlreiche neue Jobs in der Heimat verbunden mit großen Infrastrukturinvestitionen zu schaffen. Sollte unter diesen neuen Voraussetzungen NDM nun doch in den nächsten Monaten in die Lage versetzt werden, dass die Umweltgenehmigung erteilt werden kann bzw. die bisherigen Sanktionen der EPA aufgehoben werden, dann steht die Aktie von Northern Dynasty Minerals vor einer kompletten Neubewertung. Auch ein Wiedereinstieg eines Big Players ist dann wiederum sehr wahrscheinlich.

Zum 30. September 2016 besaß NDM eine Cashposition von CAD$ 7,9 Mio., bei akuell ausstehenden Aktien von 264,75 Mio. hat NDM aktuell eine Marktkapitalisierung von CAD$ 447,4 Mio.

Im kurzzeitigen Zwischenhoch des Rohstoffaktienzyklusses Ende 2010 / Anfang 2011 besaß NDM ausstehende Aktien in Höhe von 94,1 Mio., damit kam NDM am 7. Februar 2011 mit einem Aktienkurs von CAD$ 20,89 auf eine Marktkapitalisierung von ca. CAD$ 1,967 Milliarden.


Langfristiger Chart Kanada

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Kurzfristiger Chart Kanada

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